In «La bola negra» zeigt sich Miguel Bernardeau von einer ungewohnt verletzlichen Seite. Der spanische Schauspieler, bekannt aus der Netflix-Serie «Élite», spielt Rafael Rodríguez Rapún, eine historische Persönlichkeit, die als Geliebter des berühmten Dichters Federico García Lorca in die Geschichte einging. Eine explizite Nacktszene sorgt nun weit über das Kinopublikum hinaus für Aufsehen.
In der spanischen Late-Night-Show «Al cielo con ella» wurde Bernardeau direkt gefragt, ob bei den intimen Szenen Körperprothesen zum Einsatz gekommen seien. Seine erste Antwort: Nein. Kurz darauf relativierte er seine Aussage und verwies auf verschiedene Prothesen, die im Film verwendet wurden – etwa für Verletzungen. Ob auch bei der viel diskutierten Frontalaufnahme nachgeholfen wurde, liess er damit offen. Im Netz wird seither munter spekuliert.
Doch «La bola negra» ist mehr als ein Gesprächsthema für neugierige Fans. Das Drama von Javier Calvo und Javier Ambrossi, bekannt als Los Javis, verwebt drei Zeitebenen zu einer Geschichte über queeres Begehren, gesellschaftliche Repression und generationenübergreifende Traumata. Der Film will queere Geschichten nicht als Nischenthema erzählen, sondern als Teil einer gemeinsamen gesellschaftlichen Erfahrung.
Bernardeaus freizügiger Auftritt mag die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Entscheidend ist aber, dass der Film Sexualität und Verletzlichkeit nicht voneinander trennt – und queeres Begehren mit einer historischen Perspektive verbindet. «La bola negra» läuft derzeit in ausgewählten Kinos; der Netflix-Start ist für den 2. Dezember angekündigt.
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