Der Kampf war vorbei – doch dann eskalierte die Situation. Am 5. September 2026 wurde der deutsche Olympia-Judoka Timo Cavelius nach einem Bundesliga-Duell in Leipzig von seinem Gegner Akaki Japaridze angegriffen. Der 29-Jährige erlitt schwere Gesichtsverletzungen, darunter einen Kieferbruch, und musste operiert werden.
Nun hat der Deutsche Judo-Bund entschieden: Japaridze darf nie mehr für einen Verein in der deutschen Judo-Bundesliga antreten. Zudem wurde sein Sieg gegen Cavelius nachträglich aberkannt. Die Entscheidung vom 22. September betrifft zunächst die Bundesliga; weitere sportrechtliche Verfahren und ein strafrechtliches Verfahren in Deutschland laufen weiterhin.
Für Cavelius ist der Vorfall auch sportlich ein schwerer Rückschlag. Er verpasst die Weltmeisterschaften in Baku und muss sich auf seine Genesung konzentrieren. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris hatte er als erster offen schwuler Mann im olympischen Judo Geschichte geschrieben.
Ob der Angriff einen homophoben Hintergrund hatte, ist bislang nicht belegt. Der Fall wirft dennoch Fragen nach Respekt, Sicherheit und dem Umgang mit queeren Athlet im Spitzensport auf. Denn körperliche Gewalt darf auch im emotional aufgeladenen Wettkampf keinen Platz haben.
