Bologna: Händchenhalten wird zum Auslöser für brutale Attacke

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(Bild: Frank Wesneck | Pexels)
Zwei junge Männer gehen nachts durch Bologna, halten sich an der Hand – kurz darauf werden sie beleidigt, verfolgt und von einer Gruppe angegriffen. Die Ermittlungen laufen.

Es sollte ein ganz gewöhnlicher Moment sein: Zwei 29-jährige Männer gehen in der Nacht auf den 25. September durch das Zentrum von Bologna und halten Händchen. In der Nähe der Porta Mascarella werden sie zunächst von einem Mann homophob beschimpft. Als die beiden reagieren, soll dieser weitere Personen zu sich gerufen haben. Wenig später sehen sich die beiden einer Gruppe von rund 15 bis 20 Männern gegenüber.

Was danach passiert, schildern die bisherigen Berichte als brutale Attacke: Die beiden Männer werden mit Fäusten und Tritten angegriffen, unter anderem gegen den Kopf. Einer von ihnen muss für medizinische Untersuchungen ins Spital. Nach dem Angriff können sich die beiden in Sicherheit bringen und über den Notruf Hilfe holen.

Die Carabinieri ermitteln und werten unter anderem Aufnahmen von Überwachungskameras aus, um die Beteiligten zu identifizieren. Noch ist nicht abschliessend geklärt, wie genau sich der Angriff entwickelte und wer daran beteiligt war. Auch die rechtliche Einordnung als Hassverbrechen ist Gegenstand der Ermittlungen.

Besonders deutlich reagierte die Stadt Bologna. Bürgermeister Matteo Lepore und Vizebürgermeisterin Emily Clancy erklärten ihre Solidarität mit den beiden Opfern und bezeichneten die Kombination aus diskriminierenden Beleidigungen und anschliessender körperlicher Gewalt als alarmierendes Zeichen. Die Stadt kündigte zudem an, sich bei Verfahren wegen diskriminierend motivierter Straftaten als Nebenklägerin zu beteiligen und Betroffene rechtlich zu unterstützen.

Der Fall sorgt auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil er nicht isoliert betrachtet wird. Nur wenige Tage zuvor war in Bologna ein weiterer 29-jähriger Mann nach eigenen Angaben Opfer eines homophoben Angriffs geworden. Er berichtete von einer Gruppe Jugendlicher, die ihn zunächst mit einer homophoben Frage provoziert und anschliessend zusammengeschlagen habe.

Für die beiden Männer von Porta Mascarella bleibt damit eine bittere Realität: Ein selbstverständlicher Ausdruck von Zuneigung wurde mitten in einer europäischen Grossstadt zum Anlass für Gewalt. Die Ermittlungen sollen nun klären, wer dafür verantwortlich ist.

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Veröffentlicht:

30.09.2026

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