Eine Ehe, die längst zerbrochen war – und ein Satz, der bis heute nachhallt.
In seinen neuen Memoiren Swan Song: Diana, My Sister schildert Charles Spencer, der Bruder von Prinzessin Diana, ein Gespräch mit ihr während der schwierigen letzten Jahre ihrer Ehe mit dem damaligen Prinzen Charles. Diana habe ihm erklärt, dass sie sich scheiden lassen wolle. Ihr Grund, so Spencer: Charles sei in seinen Kammerdiener verliebt gewesen.
Wer dieser Mitarbeiter gewesen sein soll, bleibt allerdings offen. Diana habe keinen Namen genannt, schreibt Spencer, und auch er habe nicht nachgefragt. Damit gibt es keinen unabhängigen Beleg für eine Beziehung zwischen Charles und einem Mann – geschweige denn für seine sexuelle Orientierung.
Trotzdem ist die Geschichte bemerkenswert. Denn sie wirft einen weiteren Blick auf eine Ehe, die längst weit vom königlichen Märchen entfernt war. Charles und Diana heirateten 1981, trennten sich 1992 und wurden 1996 geschieden. Ihre Beziehung stand dabei stets unter enormem öffentlichen Druck.
Aus queerer Perspektive ist besonders interessant, wie stark damals die Erwartungen an königliche Ehe, Familie und Heterosexualität miteinander verbunden waren. Eine Ehe im Königshaus war schliesslich nie nur Privatsache.
Ob Dianas Einschätzung auf eigenen Beobachtungen, einem Gerücht oder ihrer Wahrnehmung der Beziehung beruhte, lässt sich heute nicht mehr klären. Sicher ist nur: Die Behauptung stammt aus der Erinnerung ihres Bruders – und nicht aus einem Beweis für ein geheimes Liebesleben des heutigen Königs.
Vielleicht liegt genau darin die Faszination dieser Geschichte: Nicht darin, ob Charles tatsächlich einen Mann liebte, sondern darin, was Diana offenbar über ihre eigene Ehe glaubte.
