Was passiert, wenn eine queere Clubnacht plötzlich mehrere Jahrhunderte zurückversetzt wird? Troye Sivan liefert in seinem neuen Video zu «Party» eine ziemlich eindeutige Antwort: Schwerter raus, Rüstung an – und dann wird gefeiert.
Im von Gordon von Steiner inszenierten Clip spielt Sivan einen Ritter, der nach der Schlacht nicht etwa nach Hause reitet, sondern direkt in eine rauschende, sinnliche Feier stolpert.
Und wer könnte eine solche Geschichte besser eröffnen als Sir Ian McKellen? Der Schauspieler – für viele untrennbar mit Gandalf verbunden – übernimmt die Erzählstimme. Für Sivan ist die Besetzung mehr als ein lustiger Popkultur-Moment: Die beiden standen bereits gemeinsam auf der Bühne, als Sivan 14 Jahre alt war. McKellens Auftritt wird damit zu einer kleinen Verbindung zwischen queerer Vergangenheit und Gegenwart – zwischen einer Generation, die Räume erkämpfte, und einer jüngeren Generation, die sie mit Musik und Tanz weiterführt.
Auch musikalisch setzt Sivan auf queere Popgeschichte. «Party» arbeitet mit einem markanten Sample von Madonnas «Music» aus dem Jahr 2000 und macht daraus einen treibenden Dance-Track, der weniger wie ein klassischer Song mit Anfang und Ende funktioniert als wie eine Nacht, die einfach immer weitergeht. Sivan hat dabei auch seine Erfahrungen mit den australischen «bush doofs» einfliessen lassen – langen, ekstatischen Dance-Partys fernab vom klassischen Club.
Doch hinter der absurden Mittelalter-Fantasie steckt ein durchaus ernsthafter Gedanke: Für Sivan sind queere Nachtleben-Räume nicht bloss Orte zum Tanzen. Sie können zu den ersten Orten gehören, an denen man sich als queere Person nicht mehr wie eine Minderheit fühlt. «Party» fragt deshalb mit viel Glitzer und noch mehr Körperlichkeit, ob dieses Bedürfnis nach Gemeinschaft, Begehren und hemmungslosem Feiern nicht schon immer existiert hat.
Die Antwort lautet bei Troye Sivan offenbar: selbstverständlich. Auch im Mittelalter wurde getanzt. Auch damals wurde begehrt. Und wahrscheinlich hätte es auch damals eine ziemlich gute Party gegeben.
«Party» ist der zweite Vorgeschmack auf Sivans kommendes Album «She’s the Best», das am 9. Oktober 2026 erscheint. Nach Nicole Kidman im Video zum Titeltrack fährt Sivan seine neue Ära also weiterhin mit erstaunlicher Starpower auf – und macht aus Popgeschichte kurzerhand queere Gegenwart.
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