London weiss, wer er ist und wie er leben möchte. Der junge Mann mit Behinderung arbeitet als Dominant in einem Fetischclub und findet dort einen Ort, an dem Lust, Körper und Begehren ihren eigenen Regeln folgen. Gemeinsam mit seinen Freund Luke und Lilá lebt er seine Sexualität selbstbewusst und ohne sich auf seine Behinderung reduzieren zu lassen.
Dann steht eine medizinische Untersuchung an. Zum ersten Mal könnte London eine Erklärung für seine Behinderung erhalten – und damit eine Antwort auf Fragen, die bisher offen geblieben sind. Doch die mögliche Diagnose bringt nicht nur Klarheit, sondern stellt auch seine Selbstwahrnehmung auf die Probe. Wer hat eigentlich das Recht, einen Körper zu definieren?
Regie führen Victor Di Marco und Márcio Picoli, für beide ist «London» der erste Langspielfilm. Di Marco ist selbst Schauspieler mit Behinderung und bringt damit eine persönliche Perspektive in die Geschichte ein. Der Film verbindet queeres Begehren mit Fragen rund um Behinderung, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Vorstellungen von «Normalität».
Seine Weltpremiere feiert «London» an der Settimana Internazionale della Critica des Filmfestivals von Venedig. Der brasilianische Film bringt damit eine Perspektive auf die grosse internationale Kinobühne, die noch immer viel zu selten erzählt wird: einen queeren Körper, der nicht erklärt oder repariert werden muss – sondern einfach begehrt, selbstbestimmt und frei sein darf.
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