Ab 12 Uhr mittags zog der Konvoi vom Oosterdok über die Amstel und die Prinsengracht bis zum Westerdok. Insgesamt erwartet die Stadt rund eine Million Besucherinnen und Besucher zum WorldPride – erstmals mit einer Tribüne für 10’000 Zuschauer an der Prinsengracht.


Für einen historischen Moment sorgte Rob Jetten: Als erster niederländischer Premierminister fuhr der offen schwule Regierungschef auf einem Boot der Parade mit. Die Pride sei Fest und Protest zugleich, betonte Jetten – sein Kabinett stellt 35 Millionen Euro für die Sicherheit von LGBTIQ+-Personen bereit. Bürgermeisterin Femke Halsema begleitete die gesamte Route.
Der WorldPride fällt mit gleich mehreren Jubiläen zusammen: Der Interessenverband COC feiert sein 80-jähriges Bestehen, die Amsterdam Pride ihren 30. Geburtstag – und vor 25 Jahren öffneten die Niederlande als erstes Land der Welt die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.
Nach dem tödlichen Anschlag auf die Pride-Parade in Berlin eine Woche zuvor hatte Amsterdam die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft: Betonpoller, Barrieren, Polizeiboote und ein Hubschrauber sicherten die Strecke. Die Besucher sollten davon «kaum etwas bemerken», versicherte die Stadt – und tatsächlich dominierte bei Sonnenschein und 24 Grad die ausgelassene Stimmung.
Bis zum kommenden Wochenende stehen noch über 300 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter das WorldPride Village auf dem Museumplein, eine Menschenrechtskonferenz und zum Abschluss am 8. August der grosse WorldPride March mit Abschlusskonzert.
