Paris Pride wegen Hitzewelle verschoben

News

Blick auf den Eiffelturm zwischen Pariser Häuserfassaden bei blauem Himmel.
Die Paris Pride wurde wegen der extremen Hitzewelle kurzfristig verschoben. Ein neuer Termin im September ist möglich. (Bild: Juan Ordonez auf Unsplash)
Die Marche des Fiertés in Paris findet an diesem Samstag nicht statt. Wegen der extremen Hitze hat die Polizeipräfektur Grossveranstaltungen untersagt oder deren Absage verlangt. Die Pride soll im September nachgeholt werden.

Die Pride in Paris hätte an diesem Samstag von der Place d’Italie zur Place de la République ziehen sollen. Nun bleibt die Route leer. Die Organisator der Marche des Fiertés haben die Demonstration kurzfristig verschoben, nachdem die Polizeipräfektur von Paris wegen der Hitzewelle die Absage grosser Veranstaltungen verlangt hatte.

Die Entscheidung betrifft nicht nur die Pride. Auch das Musikfestival Solidays wurde abgesagt, ebenso weitere Grossanlässe im Raum Paris. Der Grund ist nicht nur die Hitze selbst, sondern die Lage im Gesundheitssystem. Rettungsdienste und Spitäler sind durch die anhaltenden Temperaturen bereits stark belastet.

Behörden warnen vor Überlastung

Paris und die Île-de-France befinden sich seit Tagen in einer aussergewöhnlichen Hitzelage. In Frankreich wurden in dieser Woche neue Temperaturrekorde gemessen. Der 24. Juni war nach dem nationalen Temperaturindikator der heisseste Tag seit Beginn der Messreihe 1947.

Die Polizeipräfektur begründete die Massnahme mit dem Risiko, dass mehrere hunderttausend Menschen bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad zu viele zusätzliche Einsätze auslösen könnten. Es gehe darum, die noch verfügbaren Mittel für besonders gefährdete Personen einzusetzen.

Die Organisator der Pride hatten zunächst ein verstärktes Sicherheits- und Sanitätskonzept vorbereitet. Inter-LGBT erklärte nach der Entscheidung der Behörden aber, man wolle die Verfügung nicht anfechten und keine Risiken für die öffentliche Gesundheit eingehen.

Neuer Termin im September möglich

Aus der Pride wird damit keine definitive Absage, sondern eine Verschiebung. Inter-LGBT arbeitet nun an einem neuen Datum. Im Gespräch ist ein Wochenende im September, bestätigt ist der Termin aber noch nicht.

Die Marche des Fiertés gehört zu den grössten queeren Demonstrationen Europas. Jedes Jahr ziehen zehntausende bis hunderttausende Menschen durch Paris. In diesem Jahr sollte die Demonstration erneut ohne Lastwagen stattfinden, wie bereits seit 2023. Die Organisator begründen diesen Schritt unter anderem mit ökologischen Zielen.

Auch Solidays abgesagt

Besonders hart trifft die Hitzewelle auch Solidays. Das Festival wird von Solidarité Sida organisiert und verbindet Konzerte mit Engagement rund um HIV/Aids. Es hätte vom 26. bis 28. Juni am Hippodrome de Paris-Longchamp stattfinden sollen. Auch hier folgten die Organisator der Aufforderung der Behörden.

Zusätzlich gelten in Paris wegen der Hitze Einschränkungen beim Alkoholkonsum im öffentlichen Raum. Damit sollen vermeidbare Notfälle reduziert und Rettungsdienste entlastet werden.

Für die queere Community in Paris ist die Verschiebung bitter. Gleichzeitig zeigt die Entscheidung, wie sehr extreme Hitze inzwischen auch Pride-Saisons verändert. Ein neuer Termin soll nun ermöglichen, dass die Demonstration später sicher stattfinden kann.

Maurice Müller

Online Redakteur
DISPLAY Magazin

Artikel jetzt teilen

Veröffentlicht:

27.06.2026

Weitere Artikel zum Thema

Politik

15.11.2025

Politik

DISPLAY-Interview mit Anna Rosenwasser über ihr neues Buch «Herz» und darüber, warum gerade auch männerliebende Männer dieses Buch lesen sollten.

20.06.2025

News

In Elne und Faches-Thumesnil haben neue rechte Bürgermeister Regenbogenfahnen abgehängt und eine Pride-Veranstaltung gestrichen. Sie nennen es Neutralität.
24.04.2026
Mehr gibt es leider gerade nicht. Wir schreiben fleissig weiter.