Los Cabos – zwischen Kakteen und Klippen

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Bild: Los Cabos Tourism Board
Los Cabos liegt im Süden der Baja California und wirkt dadurch wie eine kleine Insel. Die Region gilt noch immer als Geheimtipp, auch wenn man spürt, dass sie langsam entdeckt wird. Endlos lange Strände, kreative Kunststädte, Walbeobachtungen an der Küste und atemberaubende Wanderungen in der Wüste machen den Reiz der Region aus.

Mit Abstand einer der sichersten Orte in Mexico ist Los Cabos. Und er ist nicht nur sicher, sondern auch aussergewöhnlich sauber. Ein Grund dafür ist, dass keine der berüchtigten Drogenrouten durch diese Region führt. Gleichzeitig wird der Tourismus hier bewusst gefördert. Noch ist der Ort nicht überlaufen, doch das Wachstum ist spürbar.

Sonnenuntergang über Los Cabos. Blick vom Balkon der Hacienda Encantada. (Bilder: Sarina Nyffenegger)

«Cabo» bedeutet auf Spanisch «Kap». Los Cabos beschreibt somit die Landspitzen der Region – darunter Cabo Pulmo, Cabo Frailes, San José del Cabo, Cabo San Lucas und Cabo Falso.

Die beste Reisezeit ist von November bis Mai. Dann herrschen angenehme Temperaturen und die Wahrscheinlichkeit, Wale zu sehen, ist groß. Von August bis Oktober hingegen bringt die Hurrikansaison Hitze, Stürme, Stromausfälle und Moskitos mit sich, daher wird von einem Besuch in dieser Zeit eher abgeraten.

Queeres Los Cabos

Als queere Person lässt sich Los Cabos offen und unbeschwert erleben. Es wird viel Wert darauf gelegt, dass sich alle willkommen fühlen – grosse Hotelketten arbeiten sogar mit eigenen Menschenrechtsspezialisten, um Inklusion aktiv umzusetzen.

Ein queeres Paar spaziert einen von Palmen gesäumten Weg entlang.

Die Region zieht weniger Partygäste an, sondern eher Reisende, die Ruhe, Natur und unvergessliche Erlebnisse suchen. Viele Hotels sind auf Paare ausgerichtet, mit einem breiten Angebot von Hochzeiten über Verlobungen bis hin zu Jubiläen.

Dennoch gibt es auch vereinzelte Spots für das queere Nachtleben: Die Bar Ligaya im Art District von San José del Cabo bietet eine stilvolle, moderne Atmosphäre, während der Chandelier’s Club in Cabo San Lucas eher die lokale Partyszene widerspiegelt.

Im Juni wird Pride gefeiert mit Events auf den Strassen, an den Stränden und sogar auf Sonnenuntergangs-Bootstouren.

Zwei Männer genießen einen Drink am Pool vor dem Hintergrund von Palmen.
Los Cabos bietet Sonne und Ferien- feeling am Pool.

Hotel San Cristóbal in Todos Santos

Auch das Hotel San Cristóbal beteiligt sich im Juni mit einer eigenen Pride-Party, die sich «Pride a la Playita» nennt. Sie ist eine Mischung aus entspanntem Strand-Vibe, Musik und einer relaxten Community, direkt am Meer und fernab von klassischen Club-Szenen.

Die Terrasse des Hotels mit Blick auf den Strand.

Das Hotel liegt in Todos Santos, einem Rückzugsort abseits des Trubels. Direkt an der Küste gebaut, fügt es sich mit seiner offenen Architektur, warmen Farben und natürlichen Materialien fast nahtlos in die Landschaft ein. Alles wirkt ruhig und durchdacht. Ein Ort, an dem man automatisch achtsamer wird.

Der Schweizer General Manager Cyrillus Michel verrät uns seinen Geheimtipp: die Klippenwanderung direkt neben dem Hotel bis zum Mirador Punta Lobos.

Mirador Punta Lobos

Die Wanderung bietet einen der schönsten Ausblicke auf das türkisblaue Wasser und die Klippen von Todos Santos. Besonders empfehlenswert ist ein früher Start am Morgen, da die Hitze gegen Mittag schnell intensiv werden kann. Durch die Lage entlang der Klippen weht jedoch meist eine leichte Brise, die die Temperaturen angenehmer macht.

Der Einstieg erfolgt direkt beim Hotel San Cristóbal, die Wanderung dauert 2,5 Stunden. Wer bis ganz an die Spitze läuft, wird mit etwas Glück mit einem besonderen Moment belohnt: Seelöwen, die sich auf den Felsen sonnen oder unten im Wasser spielen.

Die Kombination aus Weite, Stille und dem offenen Blick auf den Pazifik macht diese Wanderung zu einem der eindrücklichsten Naturerlebnisse der Region.

San José del Cabo: Mehr als nur eine Kunststadt

San José del Cabo ist der Ort, an dem die Reisenden zur Ruhe kommen. Die Stadt ist geprägt von Kunst, das Zentrum lässt sich entspannt zu Fuss erkunden. Überall begegnet man kleinen Glasherzen – ein Symbol für den starken katholischen Einfluss in der Region.

Jeden Donnerstag findet hier der sogenannte Art Walk statt. Auch wir haben daran teilgenommen, begleitet von unserem Guide Kristian, dessen Familie seit Generationen in San José verwurzelt ist. Er führte uns durch die Stadt und erzählte nicht nur ihre Geschichte, sondern auch, wie sich Los Cabos über die Jahre verändert hat.

Zwischen historischen Gebäuden und kleinen Galerien erfährt man, wie sich die Stadt immer wieder neu erfindet. Die Häuser in San José sind so gebaut, dass sie sogar Hurrikanen standhalten. Während einige Einheimische die Stadt verlassen haben, kamen immer mehr Menschen aus den USA und Europa nach San José. Sie kauften Häuser, verbrachten einen Teil des Jahres vor Ort und wichen der Hurrikansaison bewusst aus.

Unser Führer des Art Walk, Kristian, dessen Familie seit acht Generationen in San José lebt.

Mit dieser neuen Lebensweise entstand Raum für Kreativität: Menschen begannen, sich mit Kunst, Malerei und Skulpturen zu beschäftigen. Nach und nach liessen sich immer mehr Künstler*innen nieder und prägten das Stadtbild mit ihrer Kunst. So entwickelte sich San José del Cabo Schritt für Schritt zu der Kunststadt, die sie heute ist.

Donnerstagabend – beim Art Walk wird die Plaza Mijares zur offenen Galerie mit lokalen Künstlern und Musik.
Durch die bunten Strassen und unter den Fahnen von San José del Cabo spazieren.

DISPLAY-Tipps zu Los Cabos

Casa Natalia, San José del Cabo

Ein kleines Boutique-Hotel im Herzen von San José mit wenigen Zimmern, viel Privatsphäre und einem ruhigen Innenhof mit Pool. Casa Natalia ist perfekt für alle, die zentral wohnen und trotzdem abschalten möchten. Auf dem Balkon lässt sich’s in der Hängematte wunderbar entspannen.

Eine Frau liegt in einer Hängematte und liest ein Buch.

Flora Farms

Mehr als nur eine Farm: Hier wird nicht nur angebaut, sondern auch erlebt. Besonders empfehlenswert ist die Cooking Class, bei der man lokale Gerichte wie Tamales zubereitet und eine der besten Guacamoles selbst macht.

Ein Mann mit einem Strohhut steht inmitten von Bananenstauden und Palmen.

Mezcal Tasting

Mezcal ähnelt dem Tequila, hat aber seine eigene Herstellung. Beim Mezcal Tasting im Salara Boutique Hotel mit Rolando, auch bekannt als «Dr. Agave», bringt er uns näher, warum Mezcal hier mit viel Respekt und Leidenschaft genossen wird.

Ein Tisch mit zwei Flaschen Mezcal und einer Abbildung des dahinterliegenden Anbauprozesses.

Road Trips

Am besten lässt sich die Region mit einem 4×4 entdecken. Bei der Fahrt entlang der Küste oder durch die Wüste lassen sich immer wieder abgelegene Strände und unerwartete Ausblicke entdecken – einfach losfahren und sich treiben lassen.

Ein Esel steht mitten auf der Strasse

Whale Watching

Mit etwas Glück begegnet man hier Walen hautnah, oft sogar Mutter und Kalb. Die Begegnung auf dem offenen Meer gehört zu den eindrücklichsten Erlebnissen der Region.

Die Schwanzflosse des Wals mitten im Meer.

Hike und Meditation in versteckten Naturpools

Nach Regenfällen entstehen in der Sierra de la Laguna natürliche Wasserpools mitten in der Wüste. Eine Wanderung dorthin lohnt sich. Sie verbindet Meditation und ein erfrischendes Bad inmitten der Natur.

Ein Mann treibt im Wasser (natürliches Becken) zwischen Felsen.

Schnorcheln in Cabo Pulmo und Küstenfahrt zurück

Cabo Pulmo gehört zu den artenreichsten Korallenriffen Mexikos. Ideal zum Schnorcheln mit Fischen, Delfinen und manchmal sogar Seelöwen. Auch hier kann man hautnah erleben, wie die Wale aus dem Wasser springen. Die Rückfahrt entlang der Küste führt vorbei an wilden Stränden und freilaufenden Eseln.

Eine Straße am Ufer, im Hintergrund das Meer und der blaue Himmel.

Reportage und Bilder: Sarina Nyffenegger

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Veröffentlicht:

15.06.2026

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