kweercare soirée #2

Care ist nicht neutral. Braucht es queere Pflegeangebote?
Die kweercare soirée ist Teil einer fortlaufenden Diskussionsreihe zu Care als gesellschaftlicher Haltung. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Fürsorge nie neutral ist: Sie ist geprägt von Normen, biografischen Erfahrungen und strukturellen Machtverhältnissen – und davon, wer sich sicher fühlt und wer nicht.
Der Abend bringt Perspektiven aus Pflege, Medizin, Community-Arbeit und queerer Lebensrealität zusammen. Im Fokus stehen biografieorientierte Care-Arbeit, psychische Sicherheit und die Frage, wie Fürsorge konkret werden kann – jenseits von abstrakten Leitbildern, wohlmeinender Sprache und vermeintlicher Neutralität.
Nach der Diskussion öffnet sich der Abend mit Musik, Gesprächen, Präsenz. Raum für Begegnung ohne Erwartung.
PODIUMSGÄSTE

Michael Pereira ist Kinderarzt und Gründer von Safe to Grow. Seine Perspektive verbindet medizinische Care-Praxis mit Fragen von Schutz, Sicherheit und queerfreundlichen Strukturen für Kinder und Jugendliche. Als Mr. Gay Europe 2025/26 nutzt er öffentliche Sichtbarkeit, um Verantwortung und Fürsorge gesellschaftlich zu thematisieren.
www.safetogrow.ch
Marianne van Vulpen
Präsidentin queerAltern Region Basel _ sie/ihr
Marianne van Vulpen ist Präsidentin von queerAltern Region Basel und engagiert sich für die Sichtbarkeit älterer queerer Menschen in der Versorgungslandschaft. Als Health Care Managerin bringt sie die fachliche und institutionelle Perspektive in die Diskussion ein und beschäftigt sich mit der Frage, wie Pflegeeinrichtungen vielfältig und offen ihre Dienstleistungen entwickeln können.
www.queeralternbasel.ch
Christoph Bollinger
Präsident Belvita Care Region Basel _ er/ihn
Christoph Bollinger ist Präsident von Belvita Care Region Basel, einem Verein der ambulante Pflege- und Betreuungsleistungen in der Region mit Fokus auf queere Lebensrealitäten aufbaut. Er bringt die institutionelle Perspektive, auch aus seinem langjährigen Engagement für das Gustav Benz Haus in die Diskussion ein und steht für die Frage, wie grosse Care-Organisationen queersensibel werden können.
www.belvita.ch
Hugo Zimmermann
Co-Projektleiter & Initiant queer key _ er/ihn
Hugo Zimmermann ist Co-Projektleiter und Initiant von queer key, einer Initiative zur Entwicklung queersensitiver Standards in der Pflege und Betreuung. In einem 2 jährigen Pilotprojekt werden mit 4 Heimen konkrete Instrumente für Pflegefachpersonen und Institutionen entwickelt, die queere Lebensrealitäten in der Care-Praxis verankern. Als Betriebsökonom FH und früherer Leiter des Startup Trainings der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung Innosuisse weiss Hugo wie Changeprozesse zu implementieren sind.
www.queerkey.ch
MUSIK – LISTENING SESSION
Jede kweercare soirée schliesst mit einer Listening Session – einem offenen Ausklang, der queeren Künstler:innen eine Plattform bietet und Raum schafft für Begegnung ohne Agenda.
Lucianne Blue
DJ, Künstlerin _ they
Lucianne Blue ist eine chilenische Künstlerin und DJ, die in Zürich lebt und arbeitet. Ihre Praxis verbindet Musik, Kultur und Community Organizing – sie erforscht Migration, sexuelle Dissidenz und kollektive Formen des Zusammenlebens. Als Lehrerin und Workshopleiterin hat sie sich mit Affektivität, Sexualität und Gender auseinandergesetzt. In ihren Sets verbindet sie elektronische und lateinamerikanische Sounds und verwandelt den Dancefloor in einen Ort der Begegnung, politischen Artikulation und geteilten Gemeinschaft.
soundcloud.com/lucianneblue
MODERATION
Maximilian Grieger, Präsident kweercare _ er/ihn
Maximilian Grieger ist Präsident von kweercare, Gastgeber der kweercare soirée und Mitinitiator des gleichnamigen Netzwerks. Er arbeitet an der Schnittstelle von Care, Organisation und gesellschaftlicher Verantwortung und engagiert sich für den Aufbau queersensibler Unterstützungsangebote mit Fokus auf Alltag, Würde und Zugehörigkeit.
Roger Furrer, Vizepräsident kweercare _ er/ihn
Roger Furrer ist Brand Curator, Gastgeber der kweercare soirée und Mitinitiator des gleichnamigen Netzwerks. Seine Arbeit verbindet Care, Gestaltung und biografieorientiertes Lernen mit dem Ziel, inklusive Räume für Begegnung und Dialog zu schaffen.
Die kweercare soirée versteht sich als offenes Format für queere Menschen, Fachpersonen aus Pflege, Sozial- und Gesundheitswesen, Akteur:innen aus Kultur und Bildung sowie für alle, die Care als gesellschaftliche Aufgabe neu denken möchten.
DER VEREIN KWEERCARE
Mit kweercare entsteht in Basel ein Verein, der sich für queersensible Care-Angebote starkmacht. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Care – insbesondere Pflege, Betreuung und Begleitung – nicht neutral ist. Biografien, Erfahrungen von Ausgrenzung und gesellschaftliche Machtverhältnisse prägen, wie Menschen Care erleben, einfordern oder vermeiden.
kweercare setzt genau hier an: Der Verein versteht Care als relationale Praxis, die Sicherheit, Würde und Selbstbestimmung ins Zentrum stellt – und queere Lebensrealitäten explizit mitdenkt.
HALTUNG & WARUM
kweercare wurde gegründet aus der Beobachtung heraus, dass viele bestehende Care-Strukturen queere Menschen nicht oder nur unzureichend erreichen. Angst vor Diskriminierung, mangelnde Sensibilität für biografische Brüche oder fehlendes Wissen über queere Lebensrealitäten führen dazu, dass Unterstützungsangebote zu spät oder gar nicht genutzt werden.
Der Verein verfolgt das Ziel, queere Perspektiven in Pflege, Betreuung und sozialer Begleitung sichtbar zu machen, bestehende Angebote zu ergänzen und weiterzuentwickeln, und Räume für Austausch zwischen Fachpersonen, Betroffenen, Institutionen und Politik zu schaffen.
kweercare versteht sich dabei nicht als Ersatz bestehender Strukturen, sondern als Impulsgeber, Übersetzer und Verbindungsglied zwischen Community und Versorgungssystem.
Unterstützt vom Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt.
Dienstag, 28. April 2026, 19:00 Uhr
Kaserne Basel, Rossstall 2, Klybeckstrasse 1b, 4057 Basel
