Transfrau will in Kolumbiens Kongress

Macholand Kolumbien. Drogenkartelle beherrschen ganze Landstriche. Eine Gesellschaft, die seine Frauen lieber auf Stöckelschuhen als auf dem Politparkett sieht. Shelcy ist 29 (laut ihrer Website allerdings erst 24), trägt Turnschuhe und will mit der Partei Partido Liberal für ihre Heimatgemeinde Valle del Cauca als erste Trans in das Repräsentantenhaus von Kolumbien. Sie ist seit langem schon die Stimme der LGBT-Gemeinde in Kolumbien und damit im ersten und einzigen Gay-Radio Kolumbiens zu hören. «Ich weiss, meine Kandidatur scheint verrückt, aber wenn unsere Vertreter im Kongress Paramilitärs, Guerillas, illegale Besitzer von Staatseigentum und White Collar Diebe sind, es aber auch eine würdige Vertretung der Gesellschaft geben soll, warum sollte ich nicht auch dort sitzen?»
Einsatz für Transgender
In erster Linie will sie sich für die Transgender-Rechte einsetzen und ein Gesetz verabschieden, in dem Sexarbeit legalisiert und als fundamentales Menschenrecht auf Würde anerkannt wird. «Diese Leute haben ein Recht auf soziale Sicherheit, Altersrente und Zugang zum Gesundheitssystem, weil sie genauso Steuern zahlen, wie alle anderen auch», sagt sie. Auf ihrem Programm steht ausserdem: Legalisierung von psychoaktiven Substanzen, Anerkennung der LGBT-Gemeinde als politische Minderheit und Einführung der Gay-Ehe. Und es ist gut möglich, dass Sanchez die Wahl schafft: Beobachter bezeichnen ihre Chancen als gut! oliver hölcke
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