Spar: Kritik wegen tuntigem Werbespot

Seit kurzem läuft die neue Werbebotschaft des Discounters Spar im Fernsehen. Darin gemahnt der strenge Vater einer bonzigen Familie seine Leute zum Sparen. Handtäschli lägen nun nicht mehr drin, sagt er, worauf die aktuellen Spar-Aktionen eingeblendet werden. Zum Schluss kommt der Sohn der Familie zu Wort. Mit einer Einkaufstasche in der Hand sagt er mit tuntiger Stimme und Gestik: «Keine Handtäschli mehr?». – Wieso zeichnet Spar das Schwulenbild derart undifferenziert? Sie hätten dies nicht explizit so geplant, findet eine Sprecherin auf Anfrage. «Die Rolle eines Schwulen in klischierter, überzeichneter Form war im Story Board nicht vorgesehen.» Das habe sich bei Drehen «einfach so ergeben», so die Sprecherin. Aha.
Erster Laden-Boykott
Doch ob nun geplant oder «zufällig» – nerven tut der Spot so oder so. Viele Gays ärgern sich, einige wollen den Laden künftig sogar boykottieren. «Ich finde es total klischeehaft. Der Schwule ist sehr tuntig und ich denke, das wirft wieder ein falsches Licht auf die (Hetero)-Konsumenten. Als würde jeder schwule mit einer Handtasche rumlaufen!», sagt etwa display-Leser Sebastian. Und Renato findet: «Voll daneben, was sich die Spot-Macher da zusammengebastelt haben. Das entspricht nicht der Realität.» Dies findet auch PinkCross-Geschäftsleiter Uwe Splittdorf: «Das echte schwule Leben ist anders.» Der Spar-Spot wird uns beim Fernsehen noch eine Weile auf die Nerven gehen: Der Spot soll bis Mitte Februar laufen.
tom wyss
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