Österreich: Jetzt wird verpartnert

Sie heissen Herbert und Friedrich und sind seit 50 Jahren ein Paar (nicht im Bild). Die beiden schwulen Männer waren am 4. Januar die ersten, die sich nach dem neuen Partnerschaftsgesetz (ist ab 1. 1. 2010 in Kraft) im Rathaus Wien das Jawort gaben. Laut Medienberichten haben sich in der Österreichischen Hauptstadt bereits hunderte Schwule und Lesben nach dem Prozedere und den Voraussetzungen für eine Eintragung erkundigt. Erwartet werden im ersten Jahr über 400 Paare. Im restlichen Österreich hält sich das Interesse an einer eingetragenen Partnerschaft indes in Grenzen. In Vorarlberg etwa gab es bisher sieben Anfragen, in den Bundesländern Salzburg, Tirol, Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark wurde ebenfalls kein grosser Ansturm verzeichnet. Auch die zuständigen Behörden in der Steiermark berichten, dass sich das Interesse bisher eher in Grenzen hält.
Behörden nicht bereit
Kurt Zernig, Vorsitzender des Grazer Gay-Vereines «Rosalila Pantherinnen» sieht in dem geringen Ansturm laut dem Portal gayboy.at aber nicht mangelndes Interesse, «sondern es haben viele Leute die Auskunft bekommen, dass sich die Behörde, die ja bisher nicht zuständig war, erst selbst schlau machen muss». Kommt dazu, dass in Graz (anders als etwa in Wien und anderen Städten) sämtliche Plätze, wo heterosexuelle Paare heiraten dürfen, für gleichgeschlechtliche Partnerschafts-Schliessungen ausdrücklich nicht zugelassen sind (u. a. das Rathaus). «Wenn eine Stadt wie Graz solche Signale setzt, dass man homosexuelle Partnerschaften nicht will, dann darf man sich nicht wundern, wenn sich der Zulauf in Grenzen hält», erklärt Zernig.
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