Blutspenden: SRK plant Sex-Regelung

Seit der Aids-Krise dürfen schwule und bisexuelle Männer kein Blut spenden – ein Verbot, das längst nicht mehr zeitgemäss ist, wie unter anderem Pink Cross oder auch Politiker wie SP-Ständerat Claude Janiak bekräftigen (display berichtete). Jetzt kündigte die «Zentralschweiz am Sonntag» an, der Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) verspreche eine Lockerung des Spendeverbots für Gays. Noch vor Ende 2010 soll die neue Regelung gelten, sagte Rudolf Schwabe, Direktor des SRK-Blutspendedienstes, der Zeitung. Doch was gut klingt, entpuppt sich bei genauerem hinsehen als Pseudo-Entgegenkommen gegenüber Gays: Ähnlich wie in anderen Ländern sollen schwule und bisexuelle Männer zwar Blut spenden dürfen, aber nur, wenn sie «während einer gewissen Zeit» keine gleichgeschlechtlichen Kontakte gehabt haben. Diese Periode könnte zum Beispiel 12 Monate (wie in Schweden) betragen, heisst es von Seiten SRK-Blutspendedienst. Zu Deutsch: Blut spenden ja, aber nur für Enthaltsame. «Lächerlich», so Claude Janiak gegenüber display. «Das löst weder das Problem der zu wenigen Spenden noch die Diskriminierung von uns Schwulen.» Er wolle beim Thema jedenfalls weiter am Ball bleiben, so der Politiker. Er hat sich vorgenommen, die Vertreter im Europaparlament auf die Problematik anzusetzen. «Das werde ich während der nächsten Session tun.»
Tom Wyss
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