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von Beust: Rückblick nach dem Rücktritt

von Beust: Rückblick nach dem Rücktritt
hamburg Kürzlich gab Hamburgs schwuler Stapi Ole von Beust seinen Rücktritt bekannt. Jetzt blickt der 56-Jährige zurück – auch aufs Zwangsouting durch seinen Vater.

Der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» gab Beust das erste Interview seit seiner Rücktrittsankündigung von Ende Juli. In seinem Ferienhaus auf Sylt zog der 56-Jährige Bilanz, beantwortete Fragen zu Politik und Privatem. So zum Beispiel über die Gründe seines frühen Rücktritts: «Irgendwann hat sich ein Berufspolitiker verbraucht. Dann wiederholt sich alles.» Sein schönstes Erlebnis: «Der Wahlsieg 2004, als wir die absolute Mehrheit bekamen. Das war schon fast unheimlich.» Sein schlimmstes Erlebnis: «Als Innensenator Ronald Schill 2003 versuchte, mein Privatleben an die Öffentlichkeit zu zerren und daraus Kapital zu schlagen: das war eine harte Zeit.» Von Beust, der während seiner Amtszeit als ruhiger Lenker der Boomregion Hamburg galt, blickt auch auf das Outing durch seinen Vater zurück. Es geschah im Jahr 2003, in einem Zeitungsinterview: «Er hat mich geoutet, ohne vorher ein Wort zu sagen. Ein Freund rief mich an und fragte, ob ich schon die Zeitung gelesen hätte. Mein Vater habe mich geoutet. Ich sagte damals: Du spinnst doch, das kann nicht sein. Ich bin dann mit klopfendem Herzen zum Briefkasten gegangen.» Er habe Vaters Zwangsouting als schrecklich empfunden, so von Beust. «Ich habe ihn gefragt, warum er mir das nicht vorher gesagt habe. Seine Antwort war einfach: Du hättest mir das doch verboten. So ist es aber besser für dich.» Das sei es denn auch gewesen, so von Beust: «Im Nachhinein war das hilfreich.»

Keine konkreten Pläne

Am 25. August hat Hamburgs Stapi seinen Letzten im Rathaus. Was er danach machen will, ist noch offen. Der Politik möchte er aber nach wie vor verbunden bleiben – und bei Fragen auch seine Hilfe anbieten. «Wenn mich jemand um Rat fragt, dann bin ich gern bereit, ihn zu geben. Wenn keiner fragt – auch gut!»

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