CSD Reykjavik: Stapi kam als Dragqueen

Corine Mauchs Amtskollege aus Reykjavik, Jon Gnarr, hatte einen umjubelten Auftritt am CSD. Am nördlichsten Pride-Event der Welt verkleidete sich der Stapi als Dragqueen, eröffnete im blumigen Kleid, mit blonder Perrücke und knallrot angemalten Lippen den Gay-Event. Vor versammeltem Publikum sagte der Spassvogel: «Der Stapi konnte selber leider nicht kommen.» Man wisse nicht, wo er sich aufhalte, so der 43-Jährige weiter. «Das haben wir nun davon, dass wir einen Clown zum Bürgermeister gewählt haben.» Danach liess er sich auf einem der 35 Wagen der Parade durch die Stadt fahren, winkte den 80 000 Teilnehmern des CSD zu.
Kopf der Spass-Partei
Gnarrs Spruch mit dem Clown ist nicht aus der Luft gegriffen: Denn Jon Gnarr ist quasi ein Clown, von Berufes wegen: Er wurde vor seiner Politkarriere vor allem als Komiker und Musiker in ganz Island bekannt. Seit Juni 2010 ist er nun Stapi in Reykjavik. Und er errang den Wahlsieg mit einer Spasspartei – der «Besti flokkurinn». Zu seinem Wahlprogramm gehörten Punkte wie «Offene statt heimliche Korruption!», «Kostenlose Handtücher für alle Schwimmbäder!» und «Ein Eisbär für Reykjaviks Zoo!». Es erinnert an Hape Kerkelings Spass-Wahlkampf mit der Horst-Schlämmer-Partei. Mit dem Unterschied, dass aus dem Spass in Island Ernst wurde: 34 Prozent der Reykjaviker wählte die Spassartei um Gnarr und machten ihn zum neuen Stapi. Mit Sicherheit einer der coolsten der Welt, und nach dem Vulkan (der mit dem unaussprechlichen Namen) der nächste Knaller aus Island...
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