EVP-Ingold schiesst gegen Gay-Adoption

Nach den Befürwortern der Gay-Adoption im Parlament (zwei Motionen, display berichtete), melden sich nun die Gegner aus dem Parlament zu Wort. In einem Blog der NZZ äusserte sich Nationalrätin Maja Ingold (Bild) von der EVP. Und wenig überraschend spricht sich die konservative Zürcher Politikerin gay-feindlich aus. «Die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare, wie sie heute verlangt wird, mutet dem Kind vorsätzlich eine Vater- oder Mutterentbehrung zu. Das ist eine grundlegende Verletzung des Kindesrechts», so Ingold, die sich selbst als «engagiert», «glaubwürdig» und «konstruktiv» bezeichnet. «Die besten Voraussetzungen zur Entwicklung einer sicheren Geschlechtsidentität hat ein Kind, wenn es in der alltäglichen Geschlechterspannung von Mutter und Vater aufwachsen kann», findet sie. Ihrer Meinung nach kann «dem Wunsch der gleichgeschlechtlichen Paare (...) nicht entsprochen werden.»
Volken mit Gegen-Votum
Dem Votum der EVP-Politikerin hält Moël Volken vom Verein Familienchancen dagegen. In seinem Blog-Beitrag auf NZZ-Online bezeichnet der ehemalige Pink-Cross-Geschäftsleiter das Adoptionsverbot für eingetragene Paare als «hässlichen Strickfehler im Schweizerischen Rechtssystem». Er macht klar, dass das Verbot vor allem den Kindern schadet. Vor allem all jenen, «die bereits in eingetragenen Partnerschaften zu Hause sind und das zweite Elternteil nicht mehr haben». Und es schade Kindern in Notsituationen, für welche die Adoption durch eine gute Bezugsperson angezeigt wäre, welche aber in eingetragner Partnerschaft lebt. «Diesen Kindern entstehen durch das willkürliche Adoptionsverbot für eingetragene PartnerInnen grosse soziale und rechtliche Nachteile, und zwar immer dann, wenn ohnehin was schief geht: Krankheit, Tod, Trennung», so Volken. Für ihn ist klar. «Die Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, gibt es. Es geht darum, ob man sie aufgrund der sexuellen Orientierung ihrer Eltern im Regen stehen lässt oder ob man ihnen die gleichen Chancen gibt wie andern Kinder auch.»
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